Meine Erfahrung mit dem Fasten

Bevor ich 22 werde und/oder wieder in den unendlichen Weiten des Internets verscholle, möchte ich noch meine Liste an sinnvollen Berichten für dieses Jahr erfüllen. Klarer Fall, hierbei konnte es sich nur um einen Diätbericht handeln, denn alles andere interessiert eh keine Sau.

Alles fing damit an, dass ich vor ein paar Monaten dachte: Mensch, du solltest mehr auf dein Gewicht achten.

Tage später dachte ich: Mensch, kauf dir doch mal eine Waage, damit du dein Gewicht kontrollieren kannst. Gesagt – getan. Allerdings erst vor einigen Tagen. Zu Testzwecken probierte ich ein paar Geräte aus, stellte aber recht schnell fest, dass ich mich nie und nimmer im angezogenen Zustand wiegen kann, ohne einen Herzkasper zu bekommen.

Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, allerdings ein paar Stunden später, kam ich dann auf die glorreiche Idee zu Fasten. Allerdings entschied ich mich hier nicht für eine so genannte Nulldiät (Totales Fasten), bei der nur getrunken aber nichts gegessen wird und sämtliche Vitamin- und Mineralstoffe in Form von diversen Präparaten zu sich genommen werden, sondern für das modifizierte Fasten. Das bedeutet, man isst wie bei der Nulldiät nichts, nimmt aber noch eiweißspezifische Produkte in Form von Präparaten oder Molke zu sich, um dem Gehirn den notwendigen Traubenzucker bereitzustellen, aber auch um dem Abbau von Muskelmasse so gut es geht vorzubeugen. Denn beim Fasten greift der Körper auf die körpereigenen Eiweißreserven zurück – vorzugsweise erstmal da, wo sie am meisten verbraucht werden, den Muskeln. Was nutzt ein schlanker Körper, wenn nachher kein Hintern in der Hose ist? Der Vorteil vom heilfasten ist außerdem, dass man fast alle Nährstoffe erhält, die man benötigt und zusätzlich kaum weiteres Zeugs zu sich nehmen muss. In meinem Fall handelt es sich hierbei um ein Präparat namens Almased (liebevoll auch Alma genannt!), was in Wasser oder fettarme Milchprodukte eingerührt wird und 3x am Tag getrunken wird. Nebenbei sollte natürlich auch andere Flüssigkeit zugeführt werden, z. B. Wasser, kalorienarme Getränke, Gemüsebrühe, Saftschorle etc. Da Alma den Bedarf an ungesättigten Fettsäuren nicht decken kann, muss hier noch pro „Mahlzeit“ ein Teelöffel Sonnenblumen- oder Rapsöl hinzugefügt werden.

Entschlacken + Fasten + nebenher ein paar Kilos abnehmen schien mir somit die beste Methode, um mehrere Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Und außerdem rege ich mich jeden Tag über meine Kollegin auf, die mit ihrem Fliegengewicht durch die Flure schwebt, ständig auf Trab, als würde sie jemand verfolgen. Sie wiegt vermutlich höchstens 50 kg, ich verwette jedoch meinen Allerwertesten, dass es noch weniger sind. Und dabei ist sie fast genauso so groß ich. Schön, dass ich nur knapp 15 kg mehr wiege als sie! Schon mies, wenn man mit der Frau im Büro hockt, sie mit schmaler Hüfthose und kurzem Oberteil, der Bauch guckt raus, jeder normale Mensch erwartet nun etwas, was sich über den Hosenbund schiebt und siehe da …nichts.Von Speck ist da nicht einmal aus Versehen die Rede. Ich hingegen sehe meinen Bauch ohne überhaupt hinzugucken.

Ich habe nicht einmal nach Plan angefangen … normalerweise wird das Fasten nämlich mit Hilfe von natürlich Abführmitteln eingeleitet, auf die ich einfach mal verzichtet habe. Kurz darauf, quasi zeitgleich, kam ja schon mein erster Fastentag. Es ging mir dabei richtig gut! Ich soff Alma und freute mich darüber, dass ich als notorischer Wenigtrinker endlich die Gelegenheit hatte herauszufinden, wie viel Wasser ich in mich reinkippen kann, bevor ich mich übergebe. Nebenbei verspürte ich auf Grund von akutem Hunger leichte aggressive Tendenzen.

An den nächsten Tagen war der Hunger natürlich noch immer da, doch jetzt wollte ich meine Mitmenschen nicht mehr töten. Eher foltern.

Heute schreibe ich meinen fünften Fastentag und kann voller Stolz berichten, dass ich mein Hungergefühl besiegt habe. Mittlerweile verstehen wir uns ganz gut, die Alma und ich.

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