Der Restaurant-Tester

Seit einiger Zeit springt Sternekoch Christian Rach, der glaube ich schon keine Visitenkarten braucht, helfend im Auftrag von RTL ein, wenn unfähige Gastronomen versuchen ohne Branchenkenntnisse ihr Erspartes durchzubringen. Er trifft dort auf überforderte Hobbyköche, die aus verdreckten Küchen heraus erfolgreich ihre Gäste mit Tütensauce und Tiefkühlware verschrecken und sich wundern, dass sie kein Geld verdienen. Wer nichts wird, wird Wirt. Nirgendwo anders hat sich das Sprichwort so bewahrheitet, wie in den von Christian Rach aufgesuchten Betrieben, denn nicht eine einzige dieser Gaststätten wird von einem Fachmann betrieben. Er zeigt den Inhabern und Mitarbeitern in einem einwöchigen Crash-Kurs ihre Fehler auf und führt sie in die Grundlagen der Gastronomie ein, um sie fit fürs Überleben zu machen.

Mir gefällt an der Sendung besonders gut, dass gezeigt wird, an welchen banalen Schwierigkeiten die verhinderten Gastronomen schon scheitern. Fehlende Sauberkeit und Hygiene, Warenkenntnisse, Organisation und Disziplin sind in der Regeln die entscheidenden Mängel, die Christian Rach aufzeigt. Mit wenigen Handgriffen verändert er Speisekarten, Arbeitsabläufe, lässt Küche und Gasträume auf Vordermann bringen. Er zeigt auf, dass die Probleme nicht darin bestehen, dass jemand nicht weiß, wie man ein Souflet macht, sondern dass einfachste Dinge nicht beherrscht oder umgesetzt werden, für deren Erledigung keinerlei Brachenkenntisse erforderlich sind.

Man kann die Arbeitsweise von Christian Rach beliebig auf jede andere Branche übertragen, denn ob nun einem Friseur oder einem Restaurant die Kunden ausbleiben, die Dinge an denen es hapert sind immer die gleichen. Nach einer Weile schleicht sich Betriebsblindheit ein, man hat sich an die Mißstände gewöhnt und keine Energie, sie von sich aus abzustellen, weil man sie auch nicht für so gravieren hält.

Was unterscheidet einen erfolgreichen Gastronomen oder Unternehmer im allgemeinen von einem Erfolglosen? Es ist nicht viel. Der eine tut einfach nur, was getan werden muss und ist motiviert neue Ideen umzusetzen. Da die Basics erledigt sind, hat er auch Zeit und Kraft dafür. Der Erfolglose Unternehmer quält sich ständig damit rum, dass er die grundlegendsten Dinge nicht erledigt und sich somit auch einer Weiterentwicklung verschließt, für die er keine Kraft und keine Lust mehr hat.

Wenn man Christian Rach genaus zusieht und zuhört, dann kann fast jeder von uns noch etwas für sein eigenes Leben und seinen eigenen Beruf lernen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind so banal wie richtig und lassen sich ohne Probleme auf unser eigenes Leben übertragen. Für mich ist es jedenfalls eine Motivationshilfe mal weider selber so einige Dinge anzupacken, die ich in letzter Zeit vernachlässigt habe.

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1 Kommentar»

  Fred Werner wrote @

Dein Artikel hat auch eine motivierende Wirkung. Du hasst genau das unprofessionelle Handeln von solchen Amateur-Chefs genau beschrieben. Jetzt muss mann acht nehmen wo mann noch in der Stadt essen geht.


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