Deutschland – der Treffpunkt der internationalen Küche

In keinem Land Europas gibt es eine so große Auswahl an Restaurants mit ausländischer Küche und es werden immer mehr. Von jedem Kontinent, ja ich habe fast das Gefühl aus jedem Land, finden sich Restaurants mit Spezialitäten der Regionen, die allerdings an den Geschmack des deutschen Gaumens angepasst sind. An sich ist der Deutsche ja nicht unbedingt für seine Ausländerfreundlichkeit bekannt, aber vermutlich sind es die vielen Reisen, auf denen sich die Deutschen die Lust auf Fremdes geholt haben und es sind die Urlaubserinnerungen, die aufgefrischt werden, wenn man in seiner Heimat beim Spanier eine frische Paella bekommt. So konnten sich die vielen verschiedenen Richtungen durchsetzen und am Leben erhalten. Zwar fahren andere Nationen auch in den Urlaub, aber keine Stadt Europa bietet eine derartige Vielfalt an ausländischer Küche wie zum Beispiel Berlin.

Wenn man früher asiatisch essen wollte, dann hieß es „wir gehen zum Chinesen“.

Heute kann man ohne Mühe in den großen Städten thailändische, vietnamesische, japanische, koreanische, indische oder balinesiche Restaurants finden. Ich kann jetzt nicht alle Nationen aufzählen, deren Vertreter uns mit den Rezepten ihrer Heimat beglücken, doch ist mir eins aufgefallen. Obwohl in den 80er Jahren die Nouvelle Cousin die Lieblingsküche der Deutschen war, gibt es kaum noch ein französisches Restaurant. Die Deutschen haben dem Coq au vin den Rücken gekehrt und essen heute lieber Involtini Principessa. Früher haben wir Cafe au lait gesagt, heute bestellt man sich einen Cappucino oder eine Latte Macciaoto. Sind wir den Italienern immer noch dankbar, dass unsere erste gesamtdeutsche Fussballnationalmannschaft 1990 in Italien Weltmeister geworden ist? So gerne, dass wir sie 2006 sogar in Deutschland haben gewinnen lassen? Oder liegt es daran, das die Flut von Italienern in Deutschland uns manipuliert hat? Fahren wir nicht mehr so gerne nach Frankreich, weil dort alles viel teurer ist als bei uns und die Franzosen weder Deutsch noch Englisch sprechen? Oder haben sie Franzosen keine Kultur mehr? Ich denke es ist von allem etwas. Wir haben die Italiener mit der Zeit einfach lieb gewonnen, mit ihrem Prego, Gracias, Pronto, Seniorita und Ciao Ciao Bambino. Sie zeigen uns tagtäglich mit ihrer Lebensfreude, was uns Deutschen fehlt und wonach wir uns aber doch alle so sehnen, nämlich etwas Lockerheit uns Entspannung.

Ich denke, wer sich regelmäßig etwas gönnt und sich in eins der vielen ausländischen Restaurants begibt, der tut nicht nur seinem Magen etwas Gutes an, sondern auch seiner Seele. Und wir lernen vielleicht mit den Jahren etwas weltoffener zu werden, denn an den Deutschen im Ausland kann man sehen, dass wir hier von unseren englischen oder amerikanischen Freunden noch viel lernen können.

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1 Kommentar»

  Gabi wrote @

Schön beobachtet, treffend beschrieben 🙂


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